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Vorsicht vor Schweizer Fremdwährungsdarlehen

  • Autor admin on 5 Juli 2010
  • Als günstige Finanzierungsmöglichkeiten für den Hausbau oder den Erwerb einer Immobilie werden so genannte Fremdwährungsdarlehen seit ein paar Jahren immer beliebter. Das Prinzip eines Darlehens bleibt gleich, allerdings läuft das Darlehen in der Währung des entsprechenden Ziellandes, in diesem Falle also der Schweiz in Schweizer Franken.

    Vorteile eines Schweizer Fremdwährungsdarlehens

    Besonders beliebt ist das Schweizer Fremdwährungsdarlehen bei den Deutschen aufgrund von zwei positiven Faktoren: Zunächst ist festzuhalten, dass sich die Schweiz für die grundsätzlich niedrigsten Zinssätze beliebt gemacht hat, wodurch ausländische (darunter auch deutsche) Darlehensnehmer deutliche Zinsvorteile nutzen können. Der zweite Vorteil war der bislang langjährige Wertzuwachs des Euro: Über Jahre hinweg hatte der Euro als Gemeinschaftswährung ordentlich an Wert zugelegt, so dass sie Kreditnehmer von Währungsgewinnen profitieren konnten. In den letzten Monaten hat sich dies allerdings stark gewandelt, weil der Euro enorme Einbußen vermerken musste und lange nicht mehr so rentabel in Bezug auf Kursgewinne ist wie noch vor ein paar Jahren oder Monaten. In den letzten sieben Monate hat der Euro gegenüber dem Franken enorm an Wert verloren: Ende letzten Jahres war ein Euro noch 1,65 Franken wert, heute liegt der Kurs bei 1,33 Franken und dies geht nicht ungesehen an den Darlehensnehmern und deren Geldbeutel vorbei.

    Fremdwährungsdarlehen bleibt immer reine Spekulation

    So verlockend die Art des Finanzierungsangebots also ist, umso risikoreicher und spekulativer ist auch, dass die Rechnung letzten Endes auf geht. Nicht einmal Experten wagen, langfristige Prognosen für die Zukunft zu geben, da der Finanzmarkt mehr oder weniger unkontrollierbaren Aspekten zugrunde liegt, was Prognosen zur Währungsentwicklung schlichtweg unmöglich macht. Oder zumindest nichts, worauf man sein Vermögen oder Nicht-Vermögen stützen möchte.

    Negativbeispiel: Die Stadt Essen

    Ein gutes, aber trauriges Beispiel dafür ist die Stadt Essen: Während sie acht Jahre lang mit einem Schweizer Fremdwährungsdarlehen gut gefahren ist und beachtenswerte Zinsersparnisse erzielen konnte, hat der starke Wertverlust des Euro diesen Zinsvorteil gnadenlos aufgefressen und die Stadt in die Schuldenfalle katapultiert. In den letzten sieben Monaten hat sie sich die Stadt eine beschwerliche Schuldensummer von 16 Millionen eingefahren. Also bleibt mehr Vorsicht vor Schweizer Fremdwährungsdarlehen geboten als jemals zuvor!


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